Kirschessigfliege im Garten bekämpfen

Die Kirschessigfliege (Drosophila suzukii) ist eng mit der Fruchtfliege (Drosophila melanogaster) verwandt. Die ursprünglich aus Asien stammende Kirschessigfliege hat sich in den letzten Jahren in ganz Europa ausgebreitet, wo sie mittlerweile schwere Schäden an Obstpflanzen wie Kirschen, Brombeeren, Heidelbeeren, Himbeeren, Trauben oder Aprikosen verursacht. Als Ursache für die schnelle Ausbreitung wird der weltweite Handel mit frischem Obst angesehen. Angesichts diese invasionsartigen Verbreitung in ganz Europa, darf man davon ausgehen, dass die Schäden durch Drosophila suzukii sich in Zukunft auch in Deutschland noch weiter verschärfen werden.

Kirschessigfliege an einer reifenden Kirsche
Kirschessigfliege an einer Kirsche

Während die herkömmliche Fruchtfliege (Drosophila melanogaster) von überreifen, faulen und beschädigten Früchten als Nahrungs- und Eiablageort angezogen wird, kann die weibliche Kirschessigfliege bereits reifende und reife Früchte zur Eiablage nutzen. Denn im Gegensatz zur normalen Fruchtfliege besitzt die Kirschessigfliege die Fähigkeit unbeschädigte Fruchtschalen zu durchdringen.
In Verbindung mit einem schnelle Lebenszyklus und aufgrund der Möglichkeit verschiedenste Obstkulturen zu befallen, stellt die Kirschessigfliege eine große Bedrohung für den heimischen Obstanbau dar.
Da die Weibchen der Kirschessigfliege weniger Unterscheidungsmerkmale zu anderen Fruchtfliegenarten besitzen als die Männchen, wird empfohlen, rechtzeitig zur nahenden Erntezeit die männlichen Insekten zu überwachen und zu identifizieren. Deshalb sollte man Kirschfruchtfliegenfallen im Garten platzieren, bevor sich die Frucht verfärbt. Die Fliegen ähneln den kleinen Fruchtfliegen die man aus der Küche bzw. vom Obstkorb her kennt. Das Männchen der Kirschessigfliege besitzt als auffälligste Merkmale rote Augen und einen kleinen dunklen Fleck an der Vorderkante der Flügel.

Fruchtfliegen Maden in Kirsche
Fruchtfliegen Made in Kirsche

Hat man den Befall erkannt und nachgewiesen, dann sollte man keine herabgefallenen oder geernteten Früchte über einen längeren Zeitraum im Garten liegen lassen. Befallene Früchte müssen umgehend entfernt und fachgerecht entsorgt werden, damit die weitere Verbreitung eingedämmt wird.
Leider gibt es derzeit keine wirklich wirksamen und umweltverträglichen Schädlingsbekämpfungsmethoden gegen die Kirschessigfliege, was in den letzten Jahren zum Beispiel zu erheblichen Schäden im Anbau von Süßkirschen geführt hat. Die derzeitigen Bekämpfungsmethoden beruhen stark auf dem Einsatz von Breitbandinsektiziden wie Pyrethroide und Neonicotinoide, welche überwiegend die erwachsenen Fliegen bekämpfen. Allerdings gelten die Larven der Kirschessigfliege als der eigentliche Schädling, der sich tief im Inneren der Früchte entwickelt, wo er vor Pestiziden weitgehend geschützt ist. Darüber hinaus fällt der Zeitpunkt des Befalls eng mit der Reifung bzw. Ernte zusammen, was den Einsatz von Pestiziden zusätzlich beschränkt und erschwert, da der Verbraucher selbstverständlich vor chemischen Rückständen in den Früchten zu schützen ist. Im Wein- und Obstbau darf Spinosad bzw. Spintor als Notfallzulassung gegen die Kirschessigfliege eingesetzt werden.

Als einzig wirksamer und nachhaltiger Schutz gelten engmaschige Netze, um die Kirschessigfliege von seinen Wirtspflanzen bis zum Tag der Ernte fernzuhalten. Ansonsten kann man seinen Obstgarten auch mit eher traditionellen Fruchtfliegen-Fallen schützen, die mit Apfelessig, Essig und Wein oder Hefe-Zucker-Wasser-Gemischen die Kirschessigfliegen anlocken und „einfangen“. Aber durch diese Fruchtfliegenfallen werden natürlich nicht alle Kirschessigfliegen im Garten eingefangen, da oftmals die Anziehungskraft der reifenden Früchte einer Fruchtfliegenfalle mit Apfelessig überlegen ist. Darüber hinaus locken die Fallen auch andere Fruchtfliegen-Arten an.