Gelbfieber: Die Gelbfieber-Impfung ist für viele
Gebiete Afrikas und Mittel- und Südamerikas erforderlich. Auch
wenn sie nicht in allen Ländern gesetzlich vorgeschrieben ist,
sollte eine Schutzimpfung in ihrem eigenen Interesse liegen. Sie hält
10 Jahre vor und die zuverlässige Schutzwirkung beginnt 10 Tage
nach der Impfung - dies sollte unbedingt bei einer geplanten Last Minute-Buchung
bedacht werden. Eine etwaige Allergie bzgl. des Gelbfieber-Impfstoffes
ist dem Arzt unbedingt zu melden. Gelbfieber wird durch Stechmücken
(Moskitos) übertragen und führt zunächst zu einer Virusinfektion
mit starkem Fieber und grippeähnlichem Krankheitsbild, etwa 3-6
Tage nach dem Moskito-Stich. Bei schwerem Verlauf kommt es zum sogenannten
"hämorrhagischen Fieber", das in 50% der Fälle tödlich
verläuft.
Cholera: Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation
(WHO) wird eine Schutzimpfung gegen Cholera nicht mehr empfohlen, da
der Cholera-Brechdurchfall sehr gut mit Antibiotika behandelt werden
kann und die intra-muskuläre Impfmethode der Vergangenheit, heute
weitgehend als wirkungslos eingestuft wird. Bei Hilfseinsätzen
in Katastrophengebieten wird heutzutage ein Schluckimpfstoff verabreicht,
der aber letztendlich auch nicht in allen Fällen eine Infektion
verhindern kann.
Reisende können das Risiko einer Cholera-Infektion durch folgende
vorbeugende Maßnahmen weitestgehend verhindern, da sich Cholerabakterien
vornehmlich durch verseuchtes Trinkwasser und schlechte Hygienebedingungen
ausbreiten. Meiden sie deshalb verunreinigtes Wasser und verzichten sie
auf Eiswürfel, denn auch diese sind aus Leitungswasser hergestellt.
Trinken sie keine rohe Milch; auch auf selbstgemachtes Speiseeis, ungekochtes
Gemüse und auf rohe Lebensmittel ganz allgemein sollte man in hygienisch-rückständigen
Reiseländern verzichten. Stattdessen, kochen sie das Trinkwasser
ab, oder kaufen sie keimfreies Mineralwasser aus industrieller Abfüllung
zum Trinken und Zähneputzen. Schälen sie ihr Obst selbst und
essen sie nur durchgebratenes Fleisch.
Typhus: Der Typhus ist eine Infektionskrankheit die
durch Salmonellen in verunreinigten Nahrungsmitteln und Wasser hervorgerufen
wird. Bei Fernreisen in tropische und subtropische Länder (Entwicklungsländer)
kann eine Typhusimmunisierung angeraten werden (z.B. Indien). Die Impfung
erfolgt durch eine allgemein gut verträgliche Schluckimpfung, wobei
sie keinen 100%igen Schutz bietet. Den Krankheitsverlauf (Fieber, Durchfall)
lindert sie aber auf jeden Fall. Vermeiden sie deshalb verunreinigte
Lebensmittel oder verschmutztes Trinkwasser (siehe Cholera).
Hepatitis A & Hepatitis B: Allgemein
wird als Hepatitis eine Entzündung der Leber bezeichnet. Hepatitis
A & B sind Virusinfektionen. Bei Hepatitis A geht die Ansteckungsgefahr
von verunreinigten Nahrungsmitteln (Muscheln, Schalen- und Krustentiere)
und verschmutztem Wasser aus. Die Hepatitis B wird durch Blut und andere
Körperflüssigkeiten übertragen und sie ist weltweit die
häufigste Virusinfektion. Eine Hepatitisschutzimpfung empfiehlt
sich bei Hepatitis A und bei Hepatitis B, obwohl die A-Variante allgemein
ohne ernsthafte Komplikationen und Schädigung der Leber komplett
ausheilt. Die Hepatitis B kann akut und teilweise chronisch ablaufen
und schon kleine Verletzungen an Haut und Schleimhäuten gelten
als Risikofaktoren für eine Infektion. Ebenso sind unsterile Instrumente
und Nadeln bei Piercings, Tätowierungen und Drogenkonsumenten häufige
Übertragungswege. Die Virushepatitis A kommt weltweit vor und für
Reisen nach Afrika, Mittel- und Südamerika, Indien, Kaschmir, Nepal
oder Russland, China und Südostasien wird eine Impfung empfohlen.
Ähnliche Empfehlungen gelten für die Virushepatitis B, wobei
als Hauptverbreitungsgebiete Afrika, Naher und Mittler Osten (Türkei),
China, Südostasien, Kolumbien, Venezuela, Peru und Teile Brasiliens
zu nennen sind.
Tollwut: Eine Tollwutimpfung ist ratsam bei Reisen
in Länder mit vielen umherstreunenden Tieren, besonders herrenlose
Hunde und Katzen. Zu diesen Gebieten zählen vor allem Entwicklungsländer
bzw. der vordere Orient, Indien, Pakistan, Brasilien und Thailand. Wird
man während eines Auslandsaufenthalts von einem Hund gebissen,
gilt es, sich beim nächsten Gesundheitsamt nach der Tollwutgefahr
zu erkundigen. Da eine Impfung auch mehrere Stunden nach einem Biss
noch erfolgreich sein kann, sollte man auf keinen Fall bis zur Heimkehr
damit warten. Hat das Virus das Gehirn erreicht, ist auch eine Impfung
nicht mehr wirksam, es kommt zu einer lebensbedrohlichen Gehirnentzündung
(Encephalitis) die meistens zum Tode des Infizierten führt.
Reisen mit Hunden (Haustieren): Um die Verbreitung der Tollwut einzudämmen
und diese aus tollwutfreien Ländern fernzuhalten, existiert für
Reisen mit Hund bzw. weiteren Haustieren eine Impfpflicht gegen Tollwut.
Bedenken sie also, wenn sie einen Urlaub mit Hund oder Katze planen,
daß sie gemäß der geltenden Einreisebestimmungen das
Tollwut-Impfzeugnis (EU-Heimtierausweis, Tätowierung. Microchip
usw.) ihres Haustieres vorlegen können, bestimmte Fristen einhalten
müssen bzw. in einigen Ländern auch ein Blutproben-Test des
Tieres (Nachweis der Tollwut-Antikörper) vorgeschrieben ist (z.B.
Schweden).
Tetanus: Eine Schutzimpfung zur prophylaktischen
Grundimmunisierung gegen Wundstarrkrampf (Tetanus) sollte man generell
vornehmen lassen. Da der vollständige Impfschutz nur ca. 10 Jahre
andauert, sollte danach eine Nachfolgeinjektion gegen diese Infektionskrankheit
zur Auffrischung (Auffrischimpfung) gemacht werden, um die weitere Schutzwirkung
zu gewährleisten. Tetanuserreger (Sporen) können schon über
kleinere Verletzungen in der Haut in die Wunde eindringen. Wie für
viele Krankheitserreger, so bieten auch für die Tetanussporen schlechte
hygienische Umstände und ein feuchtwarmes Klima günstige Lebensbedingungen.
Der Erreger kommt überall vor, besonders im Straßenstaub,
im Erdreich, in tierischen Exkrementen und auf rostigen Gegenständen.
Malaria (Wechselfieber, Sumpffieber): Gegen die parasitäre
Malariaerkrankung steht kein Impfstoff zur Verfügung, man nutzt
deshalb verschiedene andere Möglichkeiten der Vorbeugung. Hierzu
zählen, da Malaria durch den Stich der weiblichen Anopheles-Mücke
übertragen wird, die Vermeidung von Insektenstichen durch körperbedeckende
Kleidung, Moskitonetze, Fliegengitter, Klimaanlage, mückenabweisende
Mittel (z.B. Autan). Ferner gibt es die Methode der vorbeugenden Einnahme
eines Malaria-Medikaments (Chemoprophylaxe) oder die Mitführung
eines geeigneten Selbstbehandlungsmedikaments (Notfall-Medikament) in
der Reiseapotheke. Hauptverbreitungsgebiete der Malaria sind Tropen
und Subtropen u.a. Afrika (Südlich der Sahara bis Südafrika),
Goldenes Dreieck (Laos, Thailand, Myanmar), Indonesien (Papua-Neuguinea,
Lombok, Flores), Brasilien (Roraima, Amapá, Rondônia),
Guatemala, Haiti, Nepal, Salomoninseln (Salomonen). Am besten informieren
sie sich beim Tropeninstitut zur Lage in ihrem gewünschten Urlaubsland,
da je nach Reiseziel, Reisezeit und Art der Reise (Aufenthalt im Tourismuszentrum
vs. Abenteuerurlaub) verschiedene Risikofaktoren und auch unterschiedliche
Wirkstoffe bei der Vorbeugung eine entscheidende Rolle spielen.
Diphterie: Diphterie ist eine Bakterieninfektion
die zumeist im Mandel- und Rachenbereich (obere Atemwege) auftritt und
durch Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch übertragen wird.
Eine Schutzimpfung ist verfügbar und allgemein üblich, allerdings
sind fehlende Auffrischimpfungen und eine gewisse Impfmüdigkeit
der erwachsenen Bevölkerung zu beobachten. Beachten sie dies, wenn
sie in endemische Gebiete (Brasilien, Indien, Indonesien und Teile Afrikas)
reisen.
Kinderlähmung (Poliomyelitis): Die Infektionskrankheit
Kinderlähmung ist in vielen tropischen Ländern immernoch verbreitet
und kann entgegen der landläufigen Vorstellungen auch noch bei
Erwachsenen auftreten. Eine Schutzimpfung ist deshalb auch für
Touristen nicht zu vernachlässigen, da Polio auch heute noch in
Indien, Pakistan, Afghanistan, Nigeria und Somalia auftritt.
Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME): Die
Gehirn- bzw. Hirnhautentzündung ist fast ausschließlich auf
eine Virusinfektion zurückzuführen. Auch bei dem durch Zecken
übertragenen FSME-Virus ist das der Fall. Die FSME-Risikogebiete
in Deutschland sind hauptsächlich Baden-Württemberg und Bayern.
Ein Hochrisikogebiet ist der Schwarzwald in Südbaden. Ebenso besteht
in Österreich ein hohes Risiko, im Norden der Schweiz, in Russland,
im Baltikum und der Tschechischen Republik. Es existiert eine wirksame
Schutzimpfung gegen FSME, im Gegensatz zur ebenfalls durch Zecken übertragenen
Borreliose.
Vogelgrippe (Aviäre Influenza A, H5N1): Das Vogelgrippe-Risiko,
genauer formuliert, daß Risiko für Reisende an einer H5N1-Infektion
zu erkranken, kann trotz einer allgemeinen Hysterie und der weitreichenden
Medienberichterstattung als gering angesehen werden. Bislang sind weltweit
nur sehr wenige Übertragungen auf den Menschen bekannt und diese
waren fast ausschließlich auf den direkten Kontakt mit infiziertem
Geflügel (Gefügel-Kot) zurückzuführen.
Die eigentliche Gefahr besteht indes darin, daß sich in naher
Zukunft das Vogelgrippevirus mit einem Humangrippe-Erreger kreuzt und
so ein neuer Virustyp entsteht der sich dann von Mensch zu Mensch ausbreiten
kann, bzw. ein solcher Virustyp zufällig durch weitere spontane
Mutationen des Vogelgrippevirus entsteht. Hieraus würde dann die
Gefahr einer Pandemie (Weltweiter Krankheitsausbruch) erwachsen, da
die weltweiten Flugrouten und der zugehörige Flugtourismus der
Eindämmung von Infektionskrankheiten entgegenwirken (z.B. der Erreger
von SARS - Schweres Akutes Atemwegssyndrom).
Eine Schutzimpfung gegen die Vogelgrippe gibt es momentan nicht und
die konventionelle Grippe-Impfung kann Touristen auch auch nicht vor
dem H5N1-Erreger schützen. Allerdings kann die Grippeimpfung möglicherweise
verhindern, daß durch Kreuzung ein hoch-virulenter Pandemie-Auslöser
entsteht.
Nachfolgend einige Schutzmaßnahmen bzw. Reisehinweise für
Auslandsreisen in betroffene Regionen, die in ähnlicher Form u.a.
auch vom Bundesverbraucherministerium und vom Auswärtigen Amt empfohlen
wurden. Dazu zählt, daß der Urlauber möglichst direkte
Tierkontakte und Vogel- und Geflügelmärkte meidet und Eier
und Geflügelfleisch nur durchgegart verzehrt. Daneben gibt es Importverbote
in die EU für jegliche Vogelprodukte als Souvenirs und sonstige
Mitbringsel. Ganz allgemein kann noch zu einer gründlichen Handhygiene
mit Seife bzw. geeigneten Desinfektionsmitteln während des Aufenthalts
geraten werden. Betroffene Länder sind vor allem: Thailand, Vietnam,
Kambodscha, Indonesien, China, Japan, Laos, Korea, Malaysia, Sibirien,
Zentralasien, Russland und zuletzt auch die Türkei und Rumänien.
Weitere Krankheiten: Tsutsugamushi-Fieber (Japanisches
Fleckfieber) ist eine bakterielle Infektion die von Milbenlarvenbissen
ausgeht. Hauptverbreitungsgebiete sind Zentral-, Ost- und Südostasien,
Indien und pazifische Inseln.
Die Chagas-Krankheit ist vor allem in Mittel- und Lateinamerika verbreitet.
Diese parasitäre Infektionskrankheit wird durch Raubwanzen übertragen,
die vor allem in Spalten und Rissen von Lehmhütten oder Strohdächern
einen idealen Lebensraum finden. Aus diesem Grund sind meist nur ärmere
Bevölkerungsschichten davon betroffen.
Das Chikungunya-Fieber ist eine Virusinfektion die durch eine Überträgermücke
verbreitet wird. Als eindeutiger Überträger wurde bislang die
Asiatische Tigermücke identifiziert, mit der sich die Krankheit auf
viele Kontinente ausgedehnt hat. Hauptauftrittsgebiete sind generell Afrika
und Südostasien bzw. derzeit: La Réunion, Mauritius, Seychellen,
Thailand, Sri Lanka, Philippinen, Madagaskar. Bisher gibt es zur Behandlung
kein wirksames Medikament und auch keinen Impfstoff. Im Normalfall klingt
die schmerzvolle und fieberhafte Krankheit nach 14 Tagen ohne lebensbedrohliche
Komplikationen und Schädigungen wieder ab.
Eine ebenfalls durch Stechmücken übertragene virale Infektionskrankheit,
mit teilweise hämorrhagischem Verlauf ist auch das Dengue-Fieber.
Es tritt in vielen tropischen und subtropischen Regionen auf, darunter
Zentralafrika, Indien, Südostasien, Lateinamerika (Puerto Rico, Venezuela,
Brasilien), Kuba und die Dominikanischen Republik.
Weitere hämorrhagische Fieber durch Viren sind: West-Nil-Fieber,
Krim-Kongo-Fieber, Hanta-Fieber, Lassa-Fieber oder die Ebola-Krankheit.
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Bei ihrer weiteren Urlaubsplanung sollten
sie ebenfalls an eine gute und passend ausgestattete Reiseapotheke denken.
Fertig bestückte Reiseapotheken gibt es z. B. in jeder Apotheke
und von vielen Pharma-Herstellern, allerdings sind diese nicht nach
ihren persönlichen Bedürfnissen zusammengestellt. Sie enthalten
aber meistens eine gängige Grundausstattung mit Medikamenten zur
Wund- und Schmerzbehandlung, Verbandszeug, bestehend aus Heftpflaster,
Mullbinden, Schnellverband, Dreieckstuch, eine Schere, Sicherheitsnadeln,
Pinzette usw. Darüber hinaus beinhalten sie oftmals auch Arzneimittel
mit dem Anwendungsgebiet bei Darm- und Durchfallerkrankungen und zur
Behandlung der Reisekrankheit bzw. Reiseübelkeit.
Natürlich sollte der Inhalt nicht nur die allgemeinen Erste-Hilfe-Maßnahmen
abdecken, sondern auch individuelle Aspekte der Reisenden berücksichtigen
(chronische Erkrankungen, Allergien, Lippenherpes usw.) sowie Reiseland,
Reisedauer und Reiseart einbeziehen. Rucksack-Touristen auf Abenteuerreise
brauchen in der Regel ein besser ausgestattete Reiseapotheke als Pauschaltouristen
in einem Touristenzentrum.
Fahren sie in tropische Länder mit viel Sonne bzw. nach Australien
wo die UV-Strahlung besonders intensiv ist (Ozonloch), dann sollten
sie immer ein Sonnenschutzmittel und ein Mittel zur Behandlung von Sonnenbränden
einpacken. Ebenso gehört ein Schutz vor Insektenstichen in solch
eine Reiseapotheke. Auch bei Seereisen und für den Urlaub im Gebirge
sollten sie auf Sonnen- und Lippenschutzbalsam nicht verzichten.
Besonders bei Reisen in Malaria-Risikogebiete empfiehlt es sich immer
ein Fieberthermometer, Autan und fiebersenkende Mittel mitzunehmen.
Idealerweise ist eine Reiseapotheke immer nur mit den nötigsten
Arzneien bestückt und auf die häufigsten Krankheiten ausgerichtet.
Vor jeder neuen Reise bzw. vor jedem Reiseantritt muß überprüft
werden, ob alle Verbandsmaterialien und Medikamente noch haltbar sind.
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Viele Reisende kennen dieses Leiden, sei
es bei längeren Autofahrten über Serpentinen, bei anhaltenden
Turbulenzen auf Flugreisen oder bei einem hohen Wellengang auf See.
Empfindliche Menschen und vor allem Kinder reagieren auf solche Situationen
mit einer mehr oder weniger ausgeprägten Form von Übelkeit
bzw. Unwohlsein. Dies sind untrügerische Anzeichen für die
sogenannte Reisekrankheit (Kinetose, Bewegungskrankheit). Weitere Symptome
die ebenfalls auftreten können und auf Reisekrankheit hindeuten
sind latenter Brechreiz, Appetitlosigkeit, Blässe, Schweißausbrüche
und Schwindel, oder auch Darmbeschwerden.
Die Reisekrankheit ist eine körperliche Reaktion auf Wipp- und
Schaukel-Bewegungen bzw. ungewohnte Beschleunigungsvorgänge, die
häufig bei Zugfahrten, Auto-, Flug- oder auch Schiffsreisen auftreten.
Sie ist darauf zurückzuführen, daß die zuvor genannten
Bewegungseinflüsse das zentrale Nervensystem verwirren, oder anders
ausgedrückt, der Gleichgewichtssinn (Raumorientierung) vorübergehend
gestört ist.
Die oben erwähnten Symptome der Krankheit werden noch verstärkt,
wenn man den Blick längere Zeit auf Objekte richtet, die sich innerhalb
des Transportmittels befinden und sich gleichförmig mit diesem
bewegen. Deshalb sollten empfindliche Menschen auch auf keinen Fall
ein Buch lesen, um sich damit abzulenken. Wollen sie der Übelkeit
vorbeugen, dann ist es vorteilhaft in Fahrtrichtung zu sitzen und den
Blick auf einen Fixpunkt am Horizont auszurichten. Darüber hinaus
ist ein ruhiger Sitzplatz mit wenig Schwankungen empfehlenswert, d.h.
möglichst in der Mitte des jeweiligen Fahrzeugs. Auf Flugreisen
wählt man aus diesem Grund nicht den beliebten Fensterplatz, sondern
setzt sich in die mittleren Sitzreihen auf Höhe der Tragflächen.
Auf Schiffen bzw. bei Kreuzfahrten sind Bug- und Heck-Kabinen ebenfalls
nicht ideal für betroffene Passagiere, hier wäre eine Kabine
in Schiffsmitte eine gute Wahl.
Weitere Tipps und allgemeine Erfahrungen besagen, daß Urlauber
der Reisekrankheit wirksam vorbeugen können, indem sie nur leichtes
Essen und keinen Alkohol zu sich nehmen. Frische Luft kann auch vorübergehend
Abhilfe schaffen: Bei Autofahrten plant man deshalb regelmäßige
Pausen mit ein, oder man öffnet das Fenster und unterläßt
das Rauchen. Ebenso existiert eine Vielzahl von Medikamenten und Präparaten
zur medikamentösen Prophylaxe. Dazu zählen Vitaminpräparate,
Antihistaminika oder auch Reisekaugummis. Bei der Einnahme von Antihistaminika
müssen Autofahrer aber unbedingt darauf achten, daß sie dadurch
möglicherweise ihr Reaktionsvermögen beeinträchtigen.
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