Wer trotzdem von bläulichen Rosen fasziniert ist und auf diese exotische Blütenfarbe in seinem Gartenbeet nicht verzichten kann, der sollte vorzugsweise zu den Rosensorten greifen, wo sich der blaue Züchtertraum zumindest im Rosennamen niedergeschlagen hat. Es gibt nämlich diverse Rosen die mehr oder weniger fliederfarben, blau-violett oder lila blühen und die deshalb oftmals auch als blaue Rosensorten bezeichnet werden.
So findet man auf Rosenmärkten und Rosenaustellungen oftmals Rosensorten wie Blue Bajou, Blue River, Blue Parfum, Bleu Magenta, Reine des Violettes, Rhapsody In Blue oder auch Lavender Dream und Veilchenbau. Hinter diesen phantasievollen Rosennamen verbergen sich bestenfalls relativ eindeutig lilafarbene Rosen, oder aber rosafarbene Rosen, die noch gerade einen geringen Blauanteil erkennen lassen. Welche Rosensorten bzw. Rosenarten (im Sinne von Beetrosen, Buschrosen, Kletterrose, Edelrose) können also mit Fug und Recht als lila Rose bezeichnet werden?
Dazu läßt sich sagen, daß Rosenfarben immer leicht variieren, denn je nach Bodenbeschaffenheit können Metalle wie Kupfer, Mangan oder auch Nickel die Blütenfärbung beeinflussen. Beispielsweise soll ein Boden mit hoher Kupferanreicherung die Rosenfarbe in Richtung des Blauanteils verschieben, was dann bei den "blauesten" Rosensorten zu kräftigen lavendelfarbenen Rosenblüten führt. Aus eigener Erfahrung hat zumindest die Rosensorte "Rhapsody in Blue" eine relativ dunkles Lila bzw. Violett. Ebenso haben wir schon einige "Reine des Violettes" mit dunkel-lila Färbung gesehen, aber auch mit erheblichen Farbschwankungen. Rosensorten wie die Edelrose "Mainzer Fastnacht" oder auch die Strauchrose "Lavender Dream" hingegen empfanden wir eher als blass. Wer also eine lila Rose sucht, der sollte vielleicht zur "Rhapsody in Blue" greifen. Nach Möglichkeit sucht man sich die Rosenstöcke (Wurzelnackte oder Containerrosen) in einer anerkannten Baumschule aus, denn wer eine lila Rose als Blickfang für sein Gartenbeet sucht, wird nicht unbedingt den Farbnuancen auf Beispielfotos in Online-Shops vertrauen.
Rosen gehören botanisch zu der für den Hobbygärtner unüberschaubaren Familie der Rosengewächse (Rosaceae), zu der weltweit 90 Gattungen mit über 3000 Pflanzenarten zählen. Viele dieser Rosengewächse sind für den Menschen als Nutzpflanzen unentbehrlich geworden, denn auch unser beliebtes Kern-, Stein- und Beerenobst wie Apfel, Birne, Kirsche, Himbeere, Brombeere oder Pflaume sind Rosengewächse. Gärtnerisch unterscheidet man Kultur- und Wildrosen. Daneben werden Rosensorten heutzutage oftmals nach ihrer Wuchsform in Rosengruppen eingeteilt. So gibt es neben den Edelrosen (Remontantrosen, Teehybriden u.a.), die Beetrosen (Polyantharosen, Floribundarosen), Zwergrosen, Strauchrosen noch Wildrosen und Kletterrosen bzw. Rambler-Rosen und Stammrosen. Allerdings hilft diese Einteilung nur bedingt weiter und dient hauptsächlich der Überschaubarkeit, denn immer wieder gelingt es Rosenzüchtern die ursprünglichen Bedürfnisse und Wuchsformen der Rosen neuen Umweltbedingungen und lokalen Gegebenheiten anzupassen und besondere Eigenschaften herauszuzüchten.
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