Wer Betonfiguren selber machen will, sollte bedenken, daß Zement normalerweise mit bestimmten Anteilen von Wasser und Zuschlagstoffen (Sand, Kies) vermischt wird, wodurch er später seine hohe Druckfestigkeit erlangt. Dies bedeutet ferner, daß das Verhältnis zwischen feinem Sand und gröberem Kies die Qualität des Betons bestimmt. Das ideale Mischungsverhältnis ist aber für den Skulpturenbau eher unerheblich, da die Betonfiguren in der Regel keinen größeren Belastungen standhalten müssen. Wichtiger für die Herstellung ist die Konsistenz des Betons. Soll die Figur in eine feinstrukturierte Form gegossen werden, dann muß der Beton relativ flüssig sein und auch ein feinkörniger Zuschlag (Spielsand) gewählt werden. Soll die Gartenskulptur modelliert werden, dann muß der Zement eher trocken bzw. zäh sein, damit er knet- und formbar bleibt. Das Anmachen des sogenannten Zementleims erfordert etwas Übung und sollte zuerst mit einer kleineren Menge ausprobiert werden. Nimmt man zuviel Zement und zu wenig Zuschlag, dann bilden sich beim Trocknen leicht Risse, da der Beton zu stark "schwindet". Idealerweise nimmt man zuerst einen kleinen Behälter, füllt ihn zunächst zu einem 1/4 mit Wasser, dann gibt man 1/4 Zement und 1/4 Zuschlag dazu. Nach gründlichem Rühren entsteht daraus ein eher dünnflüssiger Zementleim, den man nach seinen Wünschen mit weiterem Zement/Zuschlag nachbessern sollte, bis man seine Wunsch-Konistenz erreicht.
Natürlich kann man seine Gartenfiguren auch aus schnell bindendem Bau- und Hobby-Gips herstellen. Gips wird ebenfalls mit Wasser angerührt, braucht aber keinen Zuschlag und trocknet (Abbinden) durch Eigenerwärmung (Reaktionswärme) zumeist innerhalb einer halben Stunde. Gipsfiguren sind sehr leicht im Vergleich zu den schweren Betonfiguren. Gips ist jedoch nicht wetterfest, nicht sonderlich stabil und saugt Wasser wie ein Schwamm auf.
Will man eine Gips- oder Betonfigur giessen, dann muß man natürlich vorher eine Vorlage haben bzw. herstellen. Diese Form/Negativform oder auch Verschalung kann aus verschiedenen Materialien angefertig werden. Sie sollten stabil sein und einigermaßen Wasserdicht. Holz, Kunststoff, evtl. Styropor oder auch Silikon-Kautschuk wären geeignete Werkstoffe.
Soll die Skulptur mit Gips bzw. Zement modelliert werden, kann zunächst mit Kaninchendraht bzw. feinem Maschendraht auch ein Modell oder Stützgerüst zurechtgebogen werden, welches später vorsichtig mit dem zähen Beton zugespachtelt wird.
Wer plant Betonfiguren selber zu machen, sollte jedoch immer nach dem Motto "Probieren geht über Studieren" handeln. Das beste Ergebnis bei gegossenen Skulpturen erzielt man zumeist mit Vorlagen bzw. Formen aus Latex (Naturkautschuk), wobei Latex im Hobby- und Bastel-Bedarf nicht gerade günstig ist. Vielleicht findet man aber irgendwo noch eine geeignete Backform aus Silikonkautschuk. Man muß nur seine Phantasie bemühen, z.B. wird Gips stabiler durch eingearbeitete Glasfasern. Wird Tongranulat oder Katzenstreu als Zuschlag benutzt, werden die Figuren erheblich leichter. Für Körperabformungen eignet sich beispielweise Alginat. Auch Ton oder Knete kann für manche Abformungen genutzt werden. Als Trennmittel für Giessformen kann Wachs, Vaseline oder auch Schmierseife dienen. Flexible bzw. dünne und elastische Formen werden vor dem Abguß in feinem Sand eingebettet.
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